„Was hier steht, ist einmalig in Deutschland“

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Vor den noch übrigen Mauerresten zeigt Susann Hardt wie der
Turm am Konventgebäude früher ausgesehen hat. Foto: sr

Beim Tag des offenen Denkmals ist das Außengelände des Komturhofes auch der Öffentlichkeit zugänglich.

Plauen – „Zum Tag des offenen Denkmals soll alles soweit fertig sein“, verkündet Christian Pöllmann vom Komturhof-Förderverein gestern Vormittag stolz. Ein langer und harter Kampf sei es gewesen, das Projekt voranzutreiben, doch nun ist viel im gesamten Außenbereich passiert. Der gesamte südliche Bereich präsentiert sich in neuer Optik.

Während der Förderverein selbst Hand anlegte und sich um die Beräumung des abgelagerten Steinmaterials kümmerte, wurde eine Baufirma für Tief- und Landschaftsbau mit der Beseitigung des Wildwuchses und zweier Pappeln beauftragt. Dabei konnte nicht nur ein Teil der Stadtmauer freigelegt werden, sondern auch die Ruine des ehemaligen so genannten Roten Turmes. Lanthfiltriponlu . Um ihn habe es besonders harte Diskussionen mit dem Landesamt für Archäologie gegeben. Daran erinnert sich auch die vom Landesamt zuständige Susann Hardt. Zahlreiche Gespräche und Uneinigkeiten zwischen ihr und Pöllmann haben jedoch letztendlich zu einer Lösung geführt. Die noch vorhandenen Mauerreste sollten erhalten, jedoch nicht wieder aufgebaut werden. Aus Sicherheitsgründen wurde das umliegende Gelände aufgeschüttet und mit Theumaer Platten als Witterungsschutz abgedeckt. Somit ist auch dieser Bereich für Besucher frei zugänglich. „Nur wer Anfassen kann, kann auch Begreifen“, begründet Christian Pöllmann.

Außerdem wird der Fußweg gerade erneuert und der Zugang zum Keller des Konventgebäudes wiederhergestellt. Die Flächen dazwischen werden mit Schotter versehen, somit ist eine allgemeine Nutzung möglich. Im Herbst soll eine Winter-Linde zur Begrünung gepflanzt werden. 75 000 Euro soll alles kosten, 60 000 Euro davon werden aus Fördermitteln des Städtebaulichen Denkmalschutz geschöpft. Das Verständnis füreinander zwischen Förderverein und Landesamt für Archäologie sei durch die zurückliegende Bauzeit gewachsen und besser geworden, bestätigen Pöllmann und Hardt. Die Volontärin am Landesamt war von Beginn an in das Vorhaben einbezogen. Sogar zum Thema ihrer Doktorarbeit wurde der Komturhof. „Was hier steht, ist in dieser Art einmalig in Deutschland. Nichts Vergleichbares vom Deutschen Orden existiert mehr. Auf dem gesamten Außengelände liegt vermutlich jede Menge brisantes Material. Würde man hier graben, könnte man sicher so einiges erfahren, doch leider ist das gesetzlich nicht möglich“, bedauert Susann Hardt ein wenig aufgrund des Wissens, welche Aufschlüsse Funde hier bieten würden. Um auch Touristen die Bedeutung aufzuzeigen, sollen in etwa einem Monat zwei Tafeln am Gebäude angebracht werden. . Darauf werden archäologische und geschichtliche Hintergründe erklärt. sr

06.09.2011
Quelle: Martin Reißmann, Vogtland Anzeiger

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