Konventgebäude putzt sich heraus

Wer den Komturhof noch als Ruine kannte, ist von Mal zu Mal mehr beeindruckt, welch Kleinod der Stadt nach 800 Jahren wieder zu Leben erwacht ist.

Stein um Stein sind die Giebel am Konventgebäude geschlossen und verputzt worden und ist der  Sims auf der Seite zur Johanniskirche mit speziell gefertigten Steinen in Sichthöhe verklinkert – das alles können schon jene begutachten, die sich alltäglich auf dem Kirchhof umschauen und sich die Nasen an den großen Fenstern des Konventgebäudes platt drücken.

Doch nicht nur von außen hat sich an dem 800-jährigen Gebäude, das erst vor einem Jahrzehnt auf Drängen des Fördervereins aus seinem Dornröschenschlaf gerissen wurde, etwas getan. Nach dem Einbau des Fußbodens sowie der Elektrik im gesamten Gebäude 2014 hat vor zwei Jahren die nächste Bauphase begonnen – und soll im Juli abgeschlossen sein. Dabei wurde eine Verbindung zwischen dem Südflügel – dort liegt der große Saal – und dem Nordteil durch den Einbau einer zusätzlichen Ebene aus Beton und Treppenaufgänge sowie der Zugang vom Kirchplatz, der als Notausgang wichtig ist, geschaffen. Entstanden ist auch im Saal eine neue Empore, die mit einem Harzboden versehen, für weitere Zuschauerplätze genutzt werden soll. Interessant anzusehen ist auch die im Saal gesetzte Balkendecke. Sie dient nach Auskunft von Christian Pöllmann neben Tragfähigkeit des Dachstuhls auch künftig als Lampengerüst. In der ehemaligen schwarzen Küche bietet sich der der Raum für einen kleinen Imbiss an.

Die Bauarbeiten werden durch das Büro für Architektur und Bauforschung Kern aus Dresden koordiniert. Insgesamt stehen rund 550 000 Euro vom Bund, Land und Stadt zur Verfügung.

Während im großen Saal die Arbeiten, zu denen auch die neuen Fenster und Türen gehören, schon weitestgehend abgeschlossen sind, geht es eine Etage höher erst noch in die Endphase. Hier werden die bislang von den Veranstaltungsbesuchern vermissten Toiletten eingebaut. „Wir freuen uns über das Entstandene, auch wenn wir noch nicht am Ende sind. Aber nur, wie das Geld kommt, können wir weitermachen. Als nächsten Bauabschnitt hoffen wir auf den weiteren Ausbau des Nordflügels und die Instandsetzung der Kellertreppe, denn nur so können wir einen Rundgang durch das Haus schaffen“, unterstreichen Renate Wünsche und Christian Pöllmann, die für den Bau auf Seiten des Fördervereins Komturhof, der 2008 auf ihre Initiative gegründet wurde, den Hut aufhaben. Und sie freuen sich auch beide, dass das Konventgebäude in den Kulturweg der Vögte aufgenommen worden ist, sondern auch finanzielle Zuwendungen verspricht. Immerhin ist der „Kulturweg“ ein Projekt der Euregio Egrensis. “ Wir kommen damit auch dorthin, wo wir immer hinwollten – zu einer wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geschichte des Komturhofes und damit der Frühzeit Plauens. es gibt da noch viele weiße Flecken, sagt Pöllmann, der sich selbst schon lange mit der Historie seiner Stadt beschäftigt. Und sein Wissen hat auch den Mitgliedern des Forum Zukunft Elsteraue geholfen, um das geschichtsträchtige Gebiet zu kämpfen. Und dass es sich gelohnt hat, zeigen die Fördermittel, die in den nächsten Jahren in das Areal fließen werden. „Ein Dank gilt aber auch der Stadt, die mit dem Kauf teils verfallener Gebäude Aufthentisches bewahrte. In der Elsteraue ist der Beginn der Industrialisierung Plauens. Und mit dem Konventgeäude hat Plauen sein Ursprungsherz wiederbekommen. – Von Marjon Thümmel, Vogtlandanzeiger

 

 

 

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